Die Fotografie und ich

Oder: "Wenn sich alles zusammenfügt..."

Fotografin Claudia Spieß - ABLICHTEREI e.U. © MKB-Photography

Die Fotografie und ich sind uns schon viele Male im Leben begegnet. Doch niemals hatten wir beide begriffen, was wir aneinander haben könnten.

Das sollte sich ändern, als ich 2015 eine Ausbildung begonnen hatte, um „mein liebstes Hobby zu perfektionieren“. Bereits nach 3 Monaten war mir klar, dass da weit mehr als nur ein Hobby dahintersteckt. 

Kurz darauf meldete ich mein Gewerbe zur Berufsfotografin an, und schon bald folgte mein erster Auftrag….

Eine Hochzeit! Oh Mann! Der Tag, an dem ALLES perfekt sein sollte… 
Ich gestand der Interessentin, dass dies meine erste Hochzeit wäre, die ich fotografisch begleiten würde. Ihre Antwort „umso besser!“ hat mir mal ein wenig Bammel genommen.
Trotzdem holte ich mir Unterstützung von einer lieben Kollegin und Freundin, und schon war das Dreamteam Melanie Melchior und Ablichterei geboren. – Danke, Melly! 

Es folgten Aufträge von Firmen für Mitarbeiter-Portraits oder auch die Begleitung von Firmen-Events. Und ich dachte, ich hätte meine Themen gefunden:
Menschen und alles, was mit Menschen zu tun hat.

Wenn man bedenkt, dass ich vor meiner Ausbildung Menschen nur aus der Ferne mit einem groooßen Teleobjektiv abgelichtet hatte, um ungestellte und natürliche Fotos zu bekommen, so hab ich schnell entdeckt, dass ich mich sehr gut auf die Personen vor meiner Linse einstellen kann.

Umso mehr Spaß macht es mir seither, ihnen die eventuell vorhandene Nervosität zu nehmen, sodass sie sich vor meiner Kamera wohl fühlen und dadurch sensationelle Fotos entstehen können.

Das Klicken beim Drücken des Auslösers oder das Piepen, das mir sagt, dass der Blitz wieder aufgeladen ist. Auch das Donnern beim Abrollen des Hintergrundkartons im Studio. - Geräusche, die ich tagtäglich höre, die mir so vertraut sind wie gute Freunde, und die ich deshalb nie mehr missen möchte.

Im Herbst 2017 nahm ich an meinem ersten Hundeshooting teil. Ein „Dogphotography Walk“, bei dem mehrere Hunde und auch mehrere Fotografinnen mit von der Partie waren. 

Hunde waren schon immer Teil meines Lebens, doch hatte ich davor überraschenderweise nie darüber nachgedacht, sie vor meine Kamera zu holen. Es ist also keine Überraschung, dass ich hier ein wenig Feuer gefangen hatte. 

Nach diesem Dogphotography Walk holte ich mir noch mehr spezifisches Wissen in einem Workshop von Sigrid Aicher, eine befreundete Kollegin, die sich unter anderem auf Tierfotografie spezialisiert hat. Hier fotografierten wir Hunde im Studio, und anschließend erhielten wir noch ordentlich Know-How in puncto Bildbearbeitung. – Danke, Sigrid!

2018 wurde ich dann Hundemama, und das Thema Hundefotografie hat sich unweigerlich zu meinem Favoriten entwickelt.
Bogey, mein Schatz auf vier Pfoten erkannte bald hinter jeder Person mit Kamera sein Frauli. Hörte er das vertraute Geräusch des Klickens einer Kamera, spitzte er sofort die Ohren. „Frauli? Bist du das?“ – Ja, er war schnell geübt darin, als Model fungieren zu dürfen. 

Wieviele Fotos es mittlerweile von Bogey gibt…? Ich habe nicht die leiseste Ahnung!

 

Hundeportrait Deutscher Schäferhund © ABLICHTEREI e.U. - Claudia Spieß_DSC2082

Ganz klar ergeben sich nun meine Themen: Menschen, Hunde und die Kombination daraus: Mensch-Hund-Teams
Ich liebe es, ein Dreamteam auf mindestens sechs Beinen zu begleiten.

Abgesehen davon, dass sich die „Models“ automatisch wohl fühlen und gar nicht groß auf die Fotografin, die sie da „beobachtet“, achten, gibt es hier soooo viele wunderschöne Momente. Die Verbindung und Beziehung zwischen Menschen und ihren Hunden ist immer etwas ganz Besonderes. Man spürt und sieht die starke Verbundenheit, den Spaß, den sie miteinander haben. Gar nicht erst zu sprechen von den Blicken, mit denen sie sich gegenseitig anhimmeln. 

Oft scheinen sie in ihre eigene kleine, aber großartige Welt einzutauchen. Mir bleibt gar nichts anderes übrig, als permanent lächelnd diese besonderen Momente für immer festzuhalten.

Es gibt Momente, in denen ich dieses Kribbeln spüre. Wenn das Licht wundervoll ist oder Szenerien mich einfach überwältigen. Ich kreische nicht vor Freude, ich hüpfe auch nicht aufgeregt rum. Aber immer, wirklich immer, nehm ich meine Kamera hoch und halte genau diese Momente fest, um andere sehen zu lassen, was ich sehe.

Es macht mir einfach eine Riesenfreude, diese schönen Augenblicke auf meinen Fotos abzubilden und somit kurz Teil dieses Teams gewesen zu sein. Auch, wenn ich die Personen und ihre Wuffs eben erst kennengelernt habe, ertapp ich mich immer wieder beim Durchsehen der Fotos, wie ich lächeln muss und mich freue, die Fotos dieser einzigartigen Begegnungen bald überreichen zu dürfen.

Ja, ich oute mich hier als Dreamteam-Fan 😉

– Claudia Spieß, Fotografin in Wien und Umgebung